Rollingergrund - Par Lëtzeburg Notre-Dame Secteur Weimerskiirch

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Rollingergrund







Als Bischof Koppes am 10. Oktober 1887, die St. Antoniuskirche konsekrierte, erhielt nicht nur die damals noch recht junge Pfarrei "Siebenbrunnen auf felsiger Höhe ihre Heimstätte, auch die erst am 8. Mai 1849 errichtete Zivilgemeinde "Rollingergrund" bekam eine eindeutige architektonische Dominante.

Um die neue Pfarrkirche scharten sich ausser Siebenbrunnen, auch "Siebenborn" genannt, wo 1767 die Gebrüder Boch eine Steingutfabrik eröffnet hatten, die alten Siedlungen Rollingergrund mit Windmühle, Reckenthal, Rothenberg, Papierberg so wie Teile von Limpersberg und Mühlenbach am Rande der Festungsstadt. Sie waren bis 1843 den alten Mutterpfarreien St. Peter in Hollerich bzw. St. Martin in Weimerskirch eingegliedert.

Filialkapellen, um welche sich eine kirchliche Tradition entwickelt hätte und in welchen regelmässig Gottesdienste gefeiert worden wären, bestanden nicht auf dem Territorium der künftigen Pfarrei, so dass alte Spuren religiös-kirchlichen Lebens kaum festgestellt werden können.



Die kleinen Dörfer lagen an dem bereits im 14. Jahrhundert bezeugten "Vreulenpad" (cf.Fr.Lascombes, Chronik der Stadt Luxemburg, Bd I, S. 159) der vom Glacifeld über Rollingergrund und Bridel zu den "Fräulein" oder Dominikanerinnen von Marienthal führte. Am Rand dieser für die Stadt wichtigen Zufahrtsstrasse wurde in späterer Zeit eine Kapelle errichtet, um eine noch heute vorhandene Hadriananusstatue aufzunehmen in der Absicht, die Stadt, die 1636 Hadrianus als Schutzpatron erwählt hatte, vor dem Eindringen der Pest in Schutz zu nehmen. Am Eingang zum Rollingergrund hatten die seit 1594 in Luxemburg Jesuiten eine Kapelle zu Ehren der Scutzengel, zu welcher sie sich alljährlich in Prozession begaben, erbauen lassen.
 Angesichts dieser geschichtlichen und geografischen Situation war es für die neu gegründete Pfarrei durchaus wichtig, über ein repräsentives Gotteshaus zu verfügen, das ihr als sammelnde Mitte für den weiteren Aufbau des Pfarreilebens dienen sollte und als Ausdruck des neuen, allmählig wachsendem Pfarrbewusstseins angesehen wurde. Denn bereits mit der Gründung der Pfarrei Siebenbrunnen am 28. November 1843 hatte der damals Apostolische Vikar Johannes Theodor Laurent eine kleine und bescheidene, in klassizichtischer Formensprache gehaltenen Kirche zu Ehren des Hl. Antonius von Padua (t 1231) aus dem Franziskanerorden eingeweiht. Ihre Pläne waren von Architekt Th. Eberhah gezeichnet worden.

Bereits um das Jahr 1780 hatte Jean-François Boch im Bereich der Faiencerie eine Privatkapelle errichten lassen. Er stattete sie aus mit verschiedenen, aus dem unter Kaiser Joseph II aufgelösten Domenikanerinnen-priorat von Marienthal stammenden Kunstwerken, u.a. den heute im Staatsmuseum aufbewahrten kostbaren Alabasterreliefs, die die Anbetung der Magier und die Todesangst des Herrn am Öberg darstellen und für eige Jahrzehnte die Pfarrkirche von Rollingergrund geschmückt hatten.
 Nach den Wirren der Französischen Revolution sollte diese Kapelle auf dem Gelände der Faiencerie rekonstruiert werden, um 1835 den vergrösserten Fabrikhallen zu weichen. Es war auf diesem Gelände, näherhin dort, wo heute die Avenue de la Faiencerie in die Rollingergrund-Strasse einmündet, wo die erste Ortskapelle für die Bevölkerung nach einem Projekt von ArchitektEydt aus dem Jahre 1835 errichtet werden sollte, ein Rundbau, der jedoch nie verwirktlich wurde.

Durch den Einfluss und das Ansehen der Familie Boch ist auch zu erklären, dass das 1843 errichtete Gotteshaus als einzige Pfarrkirche auf Luxemburgischen Boden dem Hl. Antonius von Padua geweiht wurde.
Dieser volkstümliche Heilige wurde in Siebenbrunnen seit längerem von den Faiencerie-Arbeitern als Schutzpatron angerufen, bereits 1812 wurde dort eine sozial-karitative Antoniusbruderschaft für die Arbeiter errichtet. Die Legende des Heiligen berichtet nämlich von einem Wunder, das Antonius bewirkt hatte, indem ein Glasbecher, der auf den Boden geworfen wird, nicht zerspringt. So fällt im allmählichen Werden und Wachsen der Pfarrei Siebenbrunnen der Familie Boch und der von ihr geleiteten Manufaktur eine wichtige Rolle zu.
Das bescheidene, 1843 entstandene Gotteshaus sollte alsbald nach den Plänen von Architekt Al.-P. Kemp, der auch für den Bau der Pfarrkirche von Neudorf verantwortlich zeichnet, gänzlich umgestaltet werden. Die Aussenmauern des Schiffes wurden erhöht, das Bauvolumen durch einen Chor und einen mächtig wirkendem Turm vergrössert. Hinter den Ausenmauern verbirgt sich eine geräumige saalförmige Kirche mit offenem Dachstuhl, der Chorraum ist abgesetzt. Die letzte Restaurierung reicht

in die Jahre 1966/68 zurück. Zu den das Raumbild prägenden künstlerichen Aussstattungselementen gehören die 1890 in der Mayrischen Anstalt in München entstandenen Chorraumfenster, die von Michel Heintz für das Langhaus 1967 ausgeführten nicht-figurativen Fenster sowie ein auf Leinwand angebrachtes Gemälde mit der Darstellung der Hl. Familie von dem aus der Pfarrei gebürtigen Maler Michel Englels (1851-1901). Ein Monumentalkruzifix stammt von dem bekannten Bildhauer Hermanutz, der auch die Pietäbilder der von Luxemburg-Neudorf un Weiler-la-Tour geschnitzt hat.
1936 erfolgt die offizielle Namensänderung der Pfarrei Siebenbrunnen in Pfarrei Rollingergrund.

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